Kashgar: Alte Stadt mit Flair

Kashgar – die Stadt an der Seidenstraße liegt in der Autonomen Region Xinjiang. Hier leben mehrheitlich Uyghuren, ein muslimisches Turkvolk. In den letzten 50 Jahren sind viele Han zugezogen und leben hier nun auch zum Teil in zweiter oder dritter Generation. Die Fronten scheinen verhärtet, Stadtteile von einander weitestgehend abgeschottet, immer wieder kommt es zu Unruhen und Anschlägen in der Provinz. Zuletzt forderten die Unruhen in Ürümqi 2009 zahlreiche Tote auf beiden Seiten. So wunderschön Kashgar auch ist, so konfliktgeladen ist die Stadt leider auch.

Altstadt Kashgar

Abendstimmung in der Altstadt

Altstadt mit Charme

Bevor wir herkamen haben wir viel über Kashgars berühmte Altstadt gehört. Über ihre Schönheit und Eleganz, aber auch darüber, dass die Regierung sie angeblich abreißen lässt, um moderneren Bauten Platz zu schaffen. In der Tat macht sie ihrem Ruf alle Ehre. Über zahlreiche kleine verwinkelte Gassen erstrecken sich wunderschöne traditionelle und restaurierte uyghurische Bauten: Wohnhäuser, kleine Moscheen und kleine Geschäfte, in denen vom Geigenbau bis hin zur Hutmacherei allerlei Handwerkskunst geboten wird. Auf den größeren Straßen bieten fliegende Händler ihre Waren feil. Hier drängen sich die Menschen, hier trifft man sich, ergattert die besten Schnäppchen, kauft etwas für das Abendessen ein. Zwischen Marktgeschrei, Verhandlungen und spielenden Kindern immer wieder Elektroroller-Fahrer, die sich laut hupend, aber ansonsten lautlos, ihren Weg bahnen. Wir sind beeindruckt und schlendern sehr gerne in der Altstadt umher. Einige der Häuser wirken sehr aufwändig restauriert. Hier und da sehen wir auch Bauruinen. Warum die jeweiligen Häuser abgerissen wurden, wissen wir nicht. Wir sind nur kurzzeitige Besucher. Für uns steht nur fest, dass uns die Altstadt sehr gut gefallen hat, die Gebäude sehr schön und gepflegt wirken und das Altstadt-Leben keineswegs zum Stillstand gekommen ist. Gegenüber Osh in Kirgistan strotzt Kaschgar nur so vor Geschichte und altem Flair. Das gilt auch für den großen Sonntagsmarkt am Rande der Stadt. Die gepflegten Hallen und Stände sind dafür jedoch auch deutlich touristischer.

Militärdecke China

Unsere Shopping Ergebnisse

Wir rüsten auf

Doch wir waren ohnehin nicht auf Souvenirs aus. Genau wie schon für die Karawanen vor 1000 Jahren, war Kashgar auch für uns ein wichtiger Stützpunkt, um uns auf die lange Durchquerung der Taklamakan vorzubereiten. Die Osasenstadt Kashgar liegt am Westrand der riesigen Sandwüste, an der wir nun die nächsten 1400 Km entlangfahren werden. Um dem Rekordwinter zu begegnen haben wir uns in den letzten 4 Tagen einiges Einfallen lassen: Militärstiefel gegen kalte Füße, eine große und 2 kleine Thermoskannen, eine Militärdecke für besonders kalte Nächte, sowie Muffen für die Fahrradlenker. Unsere beiden „Kamele“ sind nun wirklich voll beladen und wir sind gut gewappnet für die nächsten kalten Abfahrten und Nächte von denen uns bestimmt noch einige bevorstehen, bevor auch hier der Frühling beginnt.

Der Eingang zum Großen Bazar von Kashgar

Der Eingang zum Großen Bazar von Kashgar

Ruhige Tage

Neben den Einkäufen hat v.a. Mellie eine Erkältung mit Halsweh, Husten und Fieber zu schaffen gemacht, die wir noch aus Kirgistan mitgebracht hatten. Da wir sie endlich los werden wollten, haben wir uns hier noch einmal etwas Zeit gelassen. Es waren daher eher ruhige Tage. Wir sind über die Märkte und durch die Altstadt geschlendert, haben gut gegessen, den warmen Sonnenschein genossen und unsere Besorgungen erledigt. Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte!

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2 Comments

  1. Bernd Waltenberg

    Liebe Reisende,
    habe einen Bericht inder Zeitung über Sie gelesen und verfolge nun Ihre Reise auf Ihrem Blog. Ich habe von 1986 – 88 in Chongqing gearbeitet und bin auch in China gereist, im Nordwesten nach Ürümqi, im Süden über Kunming nach Xishuangbanna. Habe insofern etwas nostalgisches Fernweh. Drücke die Daumen und wünsche alles Gute.
    Bernd Waltenberg, Kassel

    • Melanie & Sebastian
      Melanie & Sebastian

      Lieber Herr Waltenberg, für uns kaum vorstellbar, wie China wohl Ende der 80er Jahre gewesen sein mag – definitiv eine Erfahrung um die wir Sie beneiden. Vielen herzlichen Dank für die netten Zeilen! Alles Gute und herzliche Grüße aus Xinjiang, Melanie & Sebastian

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